Rückblick 2013/14

16.04.2015 03:22

FC Thun - aktuelle Infos

Letzte Aktualisierung: 22. Mai 2014

Die Saison 2013/14 ist Geschichte, und es ist Zeit für einen Rückblick. Im Cuphalbfinal ist man unnötigerweise ausgeschieden und vergab in der Meisterschaft in den letzten drei Spielen einen Europacup-Platz. Trotzdem kann man als Thun-Fan mit den Leistungen der Mannschaft sehr zufrieden sein.

Ende März 2014 deutete nichts darauf hin, dass man beim FC Thun Anfang Mai noch andere Ambitionen als den Klassenerhalt haben könnte. Am 26. März war man im Cuphalbfinal unglücklich im Penaltyschiessen am FC Zürich gescheitert, und es herrschte Katerstimmung. Man kann monieren, dass beim Halbfinal das Spiel des FCT in manchen Situationen unnötig zurückgebunden wurde, aber im grossen und ganzen war es ein faires Spiel. Deshalb ist mein Fazit: es gibt zwar einen ungerechten Verlierer, aber keinen ungerechten Sieger. Das mag widersprüchlich klingen, entspricht meiner Ansicht nach aber den Tatsachen. Die Mannschaften waren sich über weite Teile ebenbürtig und der FCZ ist genauso ein verdienter Sieger, wie es der FCT mit ein bisschen mehr Glück hätte sein können. Zum Beispiel war es ziemliches Pech, dass das Penaltyschiessen direkt vor der ausnahmsweise recht lautstarken Zürcher Fankurve stattfand. Es war für die Thuner Schützen wirklich nicht ganz einfach, sich beim jeweils ohrenbetäubenden Pfeifkonzert zu konzentrieren, aber sie haben sich meiner Meinung nach gar nicht so schlecht geschlagen. Dass Christian Schneuwlys Schuss nicht rein ging ist für mich auch Pech, denn er war nicht wirklich schlecht geschossen. Spielverderber war aus Thuner Sicht ganz klar David Da Costa, der an diesem Abend wahrscheinlich eins der besten Spiele seiner bisherigen Karriere abgeliefert hat.

Die Meisterschaft

Wie erwähnt, hatte man bei Thun nach dem Ausscheiden aus dem Cup keine grossen Ambitionen mehr. Man arrangierte sich bereits mit einem Platz im Mittelfeld der Tabelle und hoffte nicht noch weiter abzurutschen. Dann aber kam der April, und wie bereits im Vorjahr, legten die Thuner völlig unerwartet eine Siegesserie hin. Plötzlich schien wieder alles möglich, selbst ein Europa League-Platz. Lange zögerten die Clubverantwortlichen damit, sich solch eine Klassierung zum Ziel zu setzen. Als aber der FC Thun vier Runden vor Schluss hypothetisch sogar noch Chancen auf Platz 3 hatte, fasste man dies ins Auge. Dass es schliesslich anders kam, und der FC Thun am Schluss nur den 6. Platz belegte, hat nüchtern betrachtet zwei Gründe.

1. Das Spiel des FC Thun war teilweise zu wenig zwingend. Man erspielte sich in allen verbliebenen Spielen etliche Halbchancen, war klar bemüht und kämpferisch eingestellt, aber nicht genügend konsequent und oft auch vom Pech verfolgt.

2. Die Schiedsrichter-Leistungen. Es ist meiner Ansicht nach der falsche Weg, immer den Schiedsrichtern die Schuld in die Schuhe zu schieben, wenn man als Club nicht die angestrebten Ziele erreicht. Zum einen sind Schiedsrichter auch nur Menschen, und jeder von uns hat schon Fehler begangen. Lächerlich sind auch Verschwörungstheoretiker, die hinter jedem Fehlentscheid eine gezielte Manipulation seitens SFL/SFV oder den Schiedsrichtern vermuten. Aber es ist nicht von der Hand zu weisen, dass der FC Thun in dieser Saison überdurchschnittlich oft benachteiligt wurde. Wieso dem so ist, kann ich nicht sagen.

Von einigen wenigen Spielen abgesehen, in denen der FC Thun eher bevorteilt wurde (z.B. beim 4:0-Sieg gegen St. Gallen am 27.04.), hat man den FC Thun 2013/14 konsequent zurückgebunden. Dies belegen einerseits die oft zitierten Statistiken, wie beispielsweise jene der Penalties (Luzern = 9, Thun = 0). Luzern beispielsweise hat 6 seiner 51 Tore durch teilweise ungerechtfertigte Elfmeter erzielt (und sie gewannen dadurch Spiele, die sonst wahrscheinlich verloren gegangen wären). Zugegebenermassen gab es Spiele, bei denen die Schiris noch mehr Penalties für Luzern hätten pfeifen können, es aber fälschlicherweise unterliessen. Drückt man ein Auge zu, kann man also im Fall von Luzern von ausgleichender Gerechtigkeit sprechen. Das Problem dabei: die ausgleichende Gerechtigkeit blieb bei Thun aus. Im Verlauf der Saison gab es eine klar zu beziffernde Zahl an Situationen, in denen man für Thun hätte auf Elfmeter entscheiden können, wenn nicht sogar müssen. Diese Fehlentscheide beeinflussten in den meisten Fällen den Ausgang des Spiels - meist zu ungunsten von Thun. Was ich mir für die Zukunft wünschen würde: Torkamera und noch "unparteiischere Unparteische" ;).